«Wir laden gerne das ganze Säuliamt ein»
Foto: Das gesamte OK der Expo 2026: in der Mitte vorne OK-Präsident Jürg Meier.
OK-Präsident Jürg Meier über die Expo in Obfelden und warum lokale Betriebe heute wichtiger sind denn je
Unter dem Motto «Obfelden feiert» lädt der Gewerbeverein Obfelden die ganze Region vom Freitag, 12. bis Sonntag, 14. Juni zu drei Tagen voller Spannung, Unterhaltung und Begegnung ein. OK-Präsident Jürg Meier spricht im Interview über seine Rolle, die Herausforderungen und was dem Publikum alles geboten wird.
Anzeiger: Seit wann wirken Sie bei der Expo mit?
Jürg Meier: Erstmals dabei war ich 1998 als Aussteller mit meiner eigenen Zimmerei. Seit 2002 bin ich Mitglied im Organisationskomitee, war aber auch bei jeder Austragung mit meinem eigenen Stand vertreten. Im OK war ich zuerst für den Bau verantwortlich, bevor mich 2010 der damalige OK-Präsident Werni Schoch als Vize einsetzte. Eine Ausgabe später übernahm ich das Präsidium und komme so nun auf zwölf Jahre als OK-Präsident.
Dabei werde ich von zehn Kolleginnen und Kollegen im OK unterstützt. Vergangenen Montag fand die letzte von 15 OK-Sitzungen statt. Ab heute Freitag geht es nun richtig los mit den Aufbauarbeiten auf dem Zendenfrei-Areal.
Ist eine Gewerbeausstellung heute noch zeitgemäss?
Natürlich könnte man provokanterweise sagen, dass eigentlich niemand eine Gewerbeausstellung brauche. Dem Gewerbe Obfelden ist es aber ein Anliegen zu zeigen, wie vielschichtig man unterwegs ist und wie viele Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung man abdecken kann.
Gerade in der heutigen Zeit mit dem Online-Handel wollen wir aufzeigen, dass man auch alles lokal bekommt. Man benötigt weder Handwerker aus dem Ausland oder nur noch Produkte aus Übersee.
Was hat sich in den letzten Jahren am meisten verändert?
Zu Beginn war es anders – einfacher, könnte man sagen. Die Ausstellung wuchs ständig. Der Aufwand und die Kosten stiegen, und auch die Auflagen bezüglich Sicherheit und Vorschriften der Behörden nahmen zu.
Früher veranstalteten wir noch eine Tombola, bei der man einen Neuwagen gewinnen konnte. Vor vier Jahren gab es noch eine Messezeitung, heute läuft vieles auch Online und über unsere sozialen Kanäle ab. Wir setzen aber weiterhin auch auf Inserate und Plakate – der Mix macht es aus.
An wen richtet sich die Expo?
Wir laden gerne das ganze Säuliamt zur Begegnung mit den Gewerbetreibenden ein. Und natürlich alle, welche wieder einmal ein Fest feiern wollen. Auch für Familien bieten wir mit Musik-Aufführungen, Chilbi-Betrieb, Kinderschminken und einem Bastel-Workshop viel Spannendes an.
Was dürfen die Besucherinnen und Besucher dieses Jahr erwarten?
Die Expo bietet einen Genuss an Darbietungen, Essen, Trinken und verschiedenen Attraktionen. In diesem Jahr setzen wir zudem auf ein offenes Konzept. Drinnen und draussen läuft man ähnlich einem Markt nach Lust und Laune durch die Ausstellung. Einen fixen Rundgang gibt es nicht.
Wie sieht für Sie der ideale Besuch aus?
Ich würde am Nachmittag durch die Ausstellung schlendern, mich an den Street-Food-Ständen verköstigen und am Abend die Unterhaltung mit Musik geniessen. Die Ausstellung öffnet am Freitag um 15 Uhr, am Samstag und Sonntag bereits ab 10 Uhr.
Was sind die Höhepunkte an der Expo?
Getreu dem Motto «Obfelden feiert» widmet sich die Expo dem 50-Jahr-Jubiläum des Gewerbevereins Obfelden. So ist am Freitag ab 18 Uhr die ganze Bevölkerung zu einem Jubiläums-Apéro, welche die Gemeinde dem Verein schenkt, eingeladen.
Am Samstagabend spielt die Party-Band «Upgrade» im Eventzelt und zugleich lässt sich auch das WM-Spiel Schweiz gegen Katar live verfolgen. Am Sonntagnachmittag bringen wir mit dem neuen Kinder-Musical «Chinderhelde» eine professionelle Show mit kostenlosem Eintritt nach Obfelden.
Es gibt dieses Mal kein Expo-Restaurant. Wie kann man sich an der Expo verpflegen?
Wir setzen in diesem Jahr auf verschiedene, lokale Anbieter, welche von Burgern über Bowls bis zur Pilzschnitte alle Arten von Street-Food anbieten. Damit wollen wir der Durchführung im Sommer gerecht werden. Es stehen auch genügend Sitzplätze im Freien oder im Eventzelt bereit.
Über 60 Ausstellende sind präsent. Mussten diese speziell überzeugt werden, um mitzumachen?
Es wird definitiv immer schwieriger die Leute zu mobilisieren. Die Unternehmen müssen bereit sein einen gewissen Aufwand zu treiben und dabei entstehen natürlich auch Kosten. Bei der heutigen Generation steht eine Ausstellung nicht gleich zuvorderst auf der Liste. Und trotzdem sind wir jetzt praktisch ausgebucht.
Der Eintritt und die Events sind alle kostenlos. Wie lässt sich so ein Grossanlass finanzieren?
Heute geht es nicht mehr ohne Sponsoring. Hier gebührt den lokalen Unternehmen, welche die Expo unterstützen, ein grosser Dank. Eine weitere Einnahmequelle sind die Standgebühren. Diese versuchen wir aber tief zu halten. Die Ausstellenden leisten dafür einige Stunden Frondienst beim Auf- und Abbau. Dies entlastet die Kasse und fördert zugleich die Zusammengehörigkeit unter den Gewerbetreibenden.
Gibt es noch etwas Wichtiges zur Expo zu sagen?
Kommen Sie unbedingt an die Ausstellung, nur so hat dieses Volksfest seinen Fortbestand und Sie eine gute Zeit. Wir freuen uns auf Sie!
Interview: Dominik Stierli, OK Expo 2026

Freitag, 12. bis Sonntag, 14. Juni 2026